Kulinarischer Frühling in Niederösterreich

16.03.2021, Elisabeth Freundlinger

Der Frühling zieht ein in Niederösterreich. Hier findet ihr die ersten kulinarischen Genüsse, die das neue Jahr einläuten.

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Zwei Weingläser im  Weingarten im Wienerwald | © Niederösterreich Werbung / Robert Herbst

Weinfrühling

Niederösterreich und der Wein – das ist eine Geschichte voller Traditionen und Verbundenheit.

So viele unterschiedliche Anbaugebiete, so viele hochwertige Weinsorten gibt es hier! Weinbauern haben das ganze Jahr zu tun: Im Herbst ist Lesezeit, danach wird der Wein gekeltert und reift über den Winter heran. Im Frühling stellt sich dann die Frage aller Fragen: Ist es ein guter Wein geworden? Die erste Verkostung des jungen Weins gibt immer einen Grund zum Feiern. Der Weinfrühling war geboren.

Mit den Sonnenstrahlen öffnen die Heurigenbetriebe ihre Pforten, die Kellergassen erwachen zu neuem Leben. Holzbänke und Tische werden im Freien aufgestellt, und dem gemütlichen Beisammensein steht nichts mehr im Wege. Herrlich ist die Einkehr nach einer Radtour oder einer Wanderung durch die grünen Weinberge.

Im Weinviertel gibt es im Frühling übrigens einen ganz besonderen Brauch: Die Winzer gehen mit ihren Gästen „in die Grean" sprich "ins Grüne". Früher einmal war dieses Ritual den Lesehelfern vorbehalten, heute haben auch die Gäste vom Weinbauernhof etwas davon. Man spaziert gemeinsam durch den Weingarten, trinkt hier einen Schluck, da einen Schluck und stärkt sich zwischendurch mit einer herzhaften Jause.

Bärlauch-Zeit

Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn.

Ein Waldgewächs, das früher nur den Bauern und Kräuterhexen bekannt war, ist heutzutage in aller Munde. Bärlauch ist ‚in‘. Kaum eine Gourmetküche, die im Frühling ohne das aromatische Wildgemüse auskommt.
 
Wenn du dich zur Bärlauchsaison (März bis Mai) unter die Sammler begibst, brauchst du im Wald nur dem typischen Knoblauch-Geruch zu folgen. Deine Gastgeber vom Urlaubsbauernhof erklären dir genau, worauf du bei diesem köstlichen Kraut achten musst, und wo du es pflücken darfst. Pack einen Stoffbeutel und ein scharfes Messer in den Wanderrucksack und halte dich im Wald unbedingt an die größeren Bärlauchbestände. Nimm nicht mehr, als du brauchst – und im Zweifelsfall lass es bitte sein.
 
Du kannst die köstlichen Bärlauchprodukte sowieso auf deinem Urlaubsbauernhof genießen: Bärlauchcremesuppe, leckeres Pesto, Aufstrich oder Bärlauchbutter. Letztere ist übrigens flugs zubereitet:
 
Rezept: Du brauchst dafür nur einige Blätter Bärlauch, Butter, Salz und … Nun ja, vielleicht verrät dir deine Bäuerin ja ihre Geheimzutat! Am besten auf frisch gebackenes Bauernbrot aufstreichen und ... Mmmhhhh.

Spargel-Saison

Wusstest du, dass Spargel drei Jahre braucht, bis er genussfertig ist? Ein heikler Genosse ist das, er benötigt einen gut durchlüfteten Boden und optimales Klima. Beides findet er im Marchfeld. Zwei Jahre lang werden die Pflanzen sorgfältig zurückgeschnitten und gehegt, im dritten Jahr wird endlich gestochen.

Die Spargelernte beginnt Anfang April und zieht sich bis in den Frühsommer hinein – alles ist sorgfältige Handarbeit. Der deliziöse Spargel belohnt all diese Mühen mit seinem feinen Geschmack. Grüner Spargel oder weißer Spargel? – Für Feinschmecker ist das beinahe eine Ideologie. Aber wenn die zarten Stangen erst einmal auf deinem Teller liegen, spielt die Farbe keine Rolle.

Der Marchfelder Spargel schmeckt übrigens nicht nur vorzüglich, sondern ist auch sehr gesund. In der Region werden die Stangen vielerorts ab Hof verkauft, und die Küchenchefs – vom bodenständigen Wirt bis zum Haubenkoch – überbieten sich an kreativen Spargel-Rezepten.

Elisabeth Freundlinger
freie Texterin, 31 Artikel
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